Am 7. Dezember 1995 haben die katholischen Bienenzüchter in aller Welt des Todestages des Heiligen Ambrosius, Schutzpatron der Bienenzüchter, gedacht. Denn vor genau 1598 Jahren (A.D. 397) starb, im Frieden des Herren, Ambrosius, der Bischof von Mailand. Die seinige ist eine aufregende Geschichte.

Als Sohn römischer Patrizier wurde er in Gallien (dem heutigen Frankreich) geboren, wo sein Vater einen hohen Posten in der römischen Verwaltung bekleidete. Aufgrund seines guten Rufes wurde er zum Präfekten von Ligurien und Emilia (im heutigen Italien) ernannt und noch vor Vollendung seines dreißigsten Lebensjahres zum Bürgermeister Mailands, einer schon damals wichtigen Stadt, bestellt.

Eines Tages starb der Bischof von Mailand und das Volk hatte sich auf dem Hauptplatz zur Wahl eines Nachfolgers versammelt. Doch gingen die Meinungen vollständig auseinander. Der verstorbene Bischof, ein Anhänger des Arianismus, einer von Arius gegründeten Irrlehre die das Dogma der Heiligen Dreifältigkeit bestritt, hatte viele Anhänger, die ihren Kandidaten gewählt sehen wollten. Andererseits wollten jedoch die treugläubigen Katholiken keinen Ketzer als Hirten. Und so erhitzten sich die Gemüter immer mehr.

Aufgrund seines guten Rufes und seiner Kirchentreue war jedoch Ambrosius in der Lage, die Gemüter zu besänftigen und einen Zusammenstoß zu verhindern. Völlig unerwartet vernahm er dann jedoch aus der Menge die Stimme eines Jungen, der “Ambrosius zum Bischof!, Ambrosius zum Bischof!” rief. Und wie aus einem Munde antwortete die Menge: “Ambrosius zum Bischof!”

Es handelte sich um ein wirklich hohes und wichtiges Amt. Denn Mailand war damals die Hauptstadt des Römischen Reiches und somit Sitz des Kaiserlichen Hofes. Und aus diesem Grunde beschloß Ambrosius auch zu flüchten. Zwar wurde er wieder eingefangen und zur Annahme des Bischofsamtes gezwungen, flüchtete jedoch erneut. So mußte Kaiser Valentinian eine Verordnung erlassen, mittels welcher demjenigen die Todesstrafe drohte, der Ambrosius nicht (und zwar lebend) auslieferte. Als Bischof war dann Ambrosius für alle Mailänder, groß oder klein, Adel oder Pöbel, ein wirklicher Vater.

Ein Vater, der recht gut die Rechte seiner Familie kannte und oft der Herrschsucht des Kaisers, sowie auch der Kaiserin, die eine
fanatische Anhängerin des Arius war, die Stirn bieten mußte. Eines Tages zwang er sogar Kaiser Theodosius, nach einem in Thessaloniki verübten Massaker, öffentlich Buße zu tun.

Seine Wahl zum Schutzpatron der Bienenzüchter ist jedoch nicht von heute. Sie geht zurück auf den Zeitraum seines Todes, zumal seine zu Lebzeiten schon anerkannte Heiligkeit dann noch weiter zunahm. Aus welchem Grunde wurde er jedoch zum Schutzpatron erkoren? In erster Linie aufgrund seiner Heiligkeit, aber auch wegen eines Kindheitserlebnisses. Als nämlich eines Tages der kleine Ambrosius, noch im Babyalter von seiner Mutter in einem Garten alleingelassen worden war, setzte sich ein Bienenschwarm auf den Mund des schlafenden Kindes. Laut seinen Verwandten ein Anzeichen dafür, daß seine Worte so süß wie Honig und sein Wille stark und kampfbereit sein würden.

Sollten Sie, lieber Leser, Bienenschwärme besitzen, oder auch nur Honig mögen, beten Sie zu St. Ambrosius. Er hat sich als Mittler zur Heiligen Jungfrau verdient gemacht. Und diese, wie Sie wissen, erreicht alles bei ihrem Sohn, unserem Herrn Jesus Christus.

Mauro Frederico Demarchi, Amparo/SP

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